Aktuelles
Der Beginn einer neuen Zukunft
30/10/2026
Riehener Zeitung, Nr. 44, 2026 In einer stimmigen Feier mit Gottesdienst wurde letzten Sonntag das Andreashaus von der Kirche an den neuen Förderverein übergeben. Rolf Spriessler Der Saal des Andreashauses war am vergangenen Sonntagmorgen prall gefüllt, als Pfarrerin Emanuelle Dobler kurz nach 10 Uhr die Gäste begrüsste. Dass die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Riehen-Bettingen das Andreashaus nach 70 Jahren als bisherigen Gottesdienstort an einen Trägerverein übergeben könne, sei ein besonderer Moment, in dem man auf das viele, das hier seit der Einweihung des Hauses im Jahr 1957 stattgefunden habe, dankbar zurückblicken dürfe. Dobler erinnerte daran, dass man mit dem Bau des Andreashauses ... mehr lesen
Riehener Zeitung, Nr. 44, 2026
In einer stimmigen Feier mit Gottesdienst wurde letzten Sonntag das Andreashaus von der Kirche an den neuen Förderverein übergeben. Rolf Spriessler
Der Saal des Andreashauses war am vergangenen Sonntagmorgen prall gefüllt, als Pfarrerin Emanuelle Dobler kurz nach 10 Uhr die Gäste begrüsste. Dass die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Riehen-Bettingen das Andreashaus nach 70 Jahren als bisherigen Gottesdienstort an einen Trägerverein übergeben könne, sei ein besonderer Moment, in dem man auf das viele, das hier seit der Einweihung des Hauses im Jahr 1957 stattgefunden habe, dankbar zurückblicken dürfe. Dobler erinnerte daran, dass man mit dem Bau des Andreashauses mitten in einem noch stark ländlich geprägten, aber schnell wachsenden Quartier bewusst eine liberal-fortschrittliche Theologie habe vermitteln wollen. Daraus seien Visionen und Projekte hervorgegangen wie der seit 40 Jahren ge- pflegte Donnerstag mit Abendimpuls und Nachtessen.
Der Gottesdienst wurde von der Pfarrerin Marianne Graf-Grether mitgestaltet, die aus dem zweiten Buch Mose «Exodus» las und dazu sprach, und musikalisch begleitet von einem Gesangstrio mit Barbara Mall, Stefanie Werro und Vera Baumgartner sowie der Organistin Françoise Matile. Der Predigttext Jesaja 29, 1-14, mit dem starken Wort «Suchet das Wohl der Stadt» passe gut zur gegenwärtigen Situation rund ums Andreashaus, erläuterte Emanuelle Dobler, denn im Bibeltext rufe Jesaja das Volk, das er soeben aus Jerusalem nach Babylon weggeführt hatte, dazu auf, am neuen Ort Häuser zu bauen, sich niederzulassen und heimisch zu werden, eben das Wohl der Stadt am neuen Ort zu mehren. Hier nun gehe es darum, im Andreashaus mit den künftigen Aktivitäten das Wohl des Quartiers zu mehren. Übrigens werde sich die Kirche nicht ganz aus dem Andreashaus zurückziehen. Nach der reformierten Tradition wohne Gott nicht in einem kirchlichen Gebäude – Gott sei überall dort, wo Menschen seien. Die reformierten Gotteshäuseer seien deshalb nicht «heilig», und so finde auch keine Profanierung des Gebäudes statt.
Diesen Gedanken nahm in seinem Grusswort auch Stephan Wenk auf, und zwar in seiner Funktion als Kirchenvorstandspräsident der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Riehen-Bettingen: «Das Andreashaus ist wahrscheinlich nie geweiht worden und wird heute auch nicht entweiht. Auch zukünftig wird die Kirchgemeinde, soweit möglich, ein beschränktes Angebot vor Ort aufrechterhalten, sich an den offenen Donnerstagen beteiligen und dem Andreashaus verbun- den bleiben», versprach er. Zuvor hatte er auf die stark gesunkenen Mitgliederzahlen der Kirche hingewiesen. Als das Andreashaus 1957 eröffnet wurde, hätten rund 75 Prozent der Riehener Bevölkerung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde angehört, über 11’000 Menschen. Heute betrage der Anteil noch 17 Prozent, keine 4000 Menschen, Tendenz sinkend. Deshalb könne sich die Kirchgemeinde keine zwei Gottesdienstorte in nur 600 Me- tern Entfernung mehr leisten. Hinzu komme, dass das Andreashaus schon seit jeher sowohl ein sakraler als auch ein profaner Versammlungsort gewesen sei, der massgeblich zur heutigen Identität des Niederholzquartiers beigetragen habe. Sozusagen als symbolische Geste der Übergabe des Andreashauses überreichte Stephan Wenk dem Fördervereinspräsidenten Matthias Gysel einen Herrnhuter Stern.
Stephan Maurer, Kirchenratsmit- glied der Kantonalkirche, erzählte vom Findungsprozess zur nun gewählten Lösung, wonach die Kantonalkirche im Besitz des Andreashauses bleibe und damit auch die baulichen Risiken trage, es nun aber im Sinne einer Kostenmiete an den Trägerverein übergebe. Gemeindepräsidentin Christine Kaufmann zeigte sich dankbar, dass die Geschichte des Andreashauses dank der Lösung mit dem Förderverein weitergehen könne, und wünschte den neuen Verantwortlichen alles Gute. Matthias Gysel dankte allen, die das Andreashaus bisher geprägt und belebt hätten, jenen, die nun die Zukunft gesichert hätten, und jenen, die sich in Zukunft engagieren würden. Ab dem 2. November werde die neu angestellte Gastgeberin im Haus anzutreffen sein. Der stimmungsvollen Veranstaltung folgte ein geselliger Apéro im Foyer.
Ein Treffpunkt zwischen Kleiderständern
27/09/2026
Riehener Zeitung, Nr. 37, 2026 Bald beginnt für die Kleiderbörse im Andreashaus die Herbstsaison. Anziehsachen für Frauen und Kinder, Accessoires und Schuhe können am 24. September vorbeigebracht werden. Nathalie Reichel Die Kleiderbörse im Andreashaus hat eine lange Geschichte. «Es gibt sie sicher schon seit 30 Jahren», sagt Beatrice Brenneisen – so lange ist sie selbst schon dabei. Im Schrank steht griffbereit das alte Kassenbuch. «Es sind sogar mindestens 34 Jahre», korrigiert sie, als sie die erste Seite aufschlägt. Der erste Eintrag stamme aus dem Jahr 1992. Doch die Börse habe es eigentlich auch schon früher gegeben. Seither ist die Kleiderbörse ... mehr lesen
Riehener Zeitung, Nr. 37, 2026
Bald beginnt für die Kleiderbörse im Andreashaus die Herbstsaison. Anziehsachen für Frauen und Kinder, Accessoires und Schuhe können am 24. September vorbeigebracht werden. Nathalie Reichel
Die Kleiderbörse im Andreashaus hat eine lange Geschichte. «Es gibt sie sicher schon seit 30 Jahren», sagt Beatrice Brenneisen – so lange ist sie selbst schon dabei. Im Schrank steht griffbereit das alte Kassenbuch. «Es sind sogar mindestens 34 Jahre», korrigiert sie, als sie die erste Seite aufschlägt. Der erste Eintrag stamme aus dem Jahr 1992. Doch die Börse habe es eigentlich auch schon früher gegeben.
Seither ist die Kleiderbörse ein beliebter Ort für all jene, die sich für Secondhandkleider interessieren. Das Ganze lief zu Anfangszeiten im kleineren Rahmen ab, am besten verkauften sich damals Kinderkleider. «Früher kauften die Erwachsenen eher selten Secondhandkleider für sich, das Quartier war klein, man kannte sich und wollte nicht unbedingt den ehemaligen Besitzer seines neuen Kleidungsstücks antreffen», erklärt Brenneisen, die die Hauptverantwortung für die Kleiderbörse hat.
Kundin aus Paris
Heute sei das etwas anders – Erwachsenenkleider verkauften sich gut, vor allem solche für Frauen. Am beliebtesten seien dieses Jahr Hosen und Badesachen. Grundsätzlich sei es aber ganz unterschiedlich, was gerade am besten laufe. Blusen verkauften sich zum Beispiel tendenziell nicht mehr so gut wie früher. «Vielleicht, weil man sie bügeln muss», schmunzelt Brenneisen. Die Kundschaft komme vor allem aus dem Niederholzquartier, vereinzelt auch aus Basel. «Unsere entfernteste Kundin ist eine aus Paris, die hier einmal bei Bekannten zu Besuch war. Darauf sind wir ganz stolz.»
In der Zeit nach den Sommerferien sei – vielleicht auch wegen des Ausverkaufs in der Stadt – meist nicht so viel los, erklärt die Hauptverantwortliche. Doch nun kommen langsam aber sicher die kühleren Herbsttage, und das bedeutet, dass es in der Kleiderbörse bald neue Kleider geben wird. «Immer am letzten Donnerstag vor den Herbstausmachen», findet Brenneisen. So ist es auch kein Zufall, dass die Börse immer donnerstags stattfindet: Am Morgen ist im Andreashaus das Café geöffnet, am Abend steht das beliebte Abendessen mit Abendimpuls auf dem Programm.
Zurzeit engagieren sich nebst Beatrice Brenneisen noch zwei weitere Frauen in der Kleiderbörse: Katja Bachmann und Takako Nagamine. Letztere ist am Gespräch mit der RZ ebenfalls dabei und schwärmt von der «lockeren und freundlichen Atmosphäre», die sie motiviere. Gleichzeitig sei der Austausch mit der Kundschaft für sie eine gute Gelegenheit, um Ba- seldeutsch zu lernen. Die gebürtige Japanerin wohnt seit über 40 Jahren in der Schweiz und besucht einige Mo- nate im Jahr ihre Heimat. Wenn sie hier ist, engagiert sie sich in der Kleiderbörse.
Regelmässigkeit ist wichtig
Die Frauen sind froh um weitere Freiwillige, die regelmässig Zeit ha- ben, um mitzuhelfen. «Leider reicht es nicht, wenn man nur sehr sporadisch verfügbar ist», erklärt Brennei- sen. Auch sie selbst musste vor Jahrzehnten eine entsprechende Anfrage ablehnen, weil ihre Kinder noch in der Schule gewesen seien. «Wenn ich etwas mache, dann komplett», erklärt sie. Als die Kinder dann älter wurden, fing sie bei der Kleiderbörse an – und ist bis heute mit Herzblut dabei. «Ich trage selbst Secondhandkleider, ich liebe es, das Material und den Stoff in den Händen zu halten.» Zudem sei sie mit diesem Gedanken aufgewachsen: «Wir bekamen früher auch oft Kleider von Bekannten.» Dass ihr die Kleiderbörse im Andre- ashaus am Herzen liegt, spiegelt sich sogar in ihrer Ferienplanung: An einem Donnerstag zu verreisen, ist für sie ein No-Go.
Übrigens werde ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf seit Jahren einem Projekt in Peru gespendet, er- wähnt Beatrice Brenneisen zum Abschluss und macht sich dann zusammen mit ihrer Kollegin Takako Nagamine langsam ans Aufräumen. Ein Blick in den liebevoll eingerichteten Raum, der im Untergeschoss des Andreashauses jeden Donnerstag aufs Neue auf- und wieder abgebaut wird, lohnt sich auf jeden Fall. Sogar eine grosse Umkleidekabine gibt es – wie in gewöhnlichen Kleiderläden. Nur dass hier das Shoppingerlebnis persönlicher, nachhaltiger und erst noch mit einem guten Zweck verbunden ist.
ferien machen wir den Wechsel», so Brenneisen. Am 24. September können Interessierte also wieder Kleider vorbeibringen. Willkommen sind Frauen- und Kinderkleider, Accessoires und Schuhe. Auch in den ersten drei Donnerstagen nach den Herbstferien – während der Ferienzeit bleibt die Börse geschlossen – wird noch Ware angenommen.
Die Kleiderbörse ist aber viel mehr als ein Verkaufsort. Sie ist auch ein Treffpunkt. «Viele kommen auch nur, um zu reden. Und überhaupt sind es die Begegnungen mit den verschiedenen Menschen, die die Kleiderbörse ausmachen», findet Brenneisen. So ist es auch kein Zufall, dass die Börse immer donnerstags stattfindet: Am Morgen ist im Andreashaus das Café geöffnet, am Abend steht das beliebte Abendessen mit Abendimpuls auf dem Programm.
Zurzeit engagieren sich nebst Bea- trice Brenneisen noch zwei weitere Frauen in der Kleiderbörse: Katja Bachmann und Takako Nagamine. Letztere ist am Gespräch mit der RZ ebenfalls dabei und schwärmt von der «lockeren und freundlichen Atmo- sphäre», die sie motiviere. Gleichzeitig sei der Austausch mit der Kundschaft für sie eine gute Gelegenheit, um Ba- seldeutsch zu lernen. Die gebürtige Japanerin wohnt seit über 40 Jahren in der Schweiz und besucht einige Mo- nate im Jahr ihre Heimat. Wenn sie hier ist, engagiert sie sich in der Klei- derbörse.
Regelmässigkeit ist wichtig
Die Frauen sind froh um weitere Freiwillige, die regelmässig Zeit h ben, um mitzuhelfen. «Leider reicht es nicht, wenn man nur sehr sporadisch verfügbar ist», erklärt Brennei- sen. Auch sie selbst musste vor Jahr- zehnten eine entsprechende Anfrage ablehnen, weil ihre Kinder noch in der Schule gewesen seien. «Wenn ich etwas mache, dann komplett», er- klärt sie. Als die Kinder dann älter wurden, fing sie bei der Kleiderbörse an – und ist bis heute mit Herzblut dabei. «Ich trage selbst Secondhandkleider, ich liebe es, das Material und den Stoff in den Händen zu halten.» Zudem sei sie mit diesem Gedanken aufgewachsen: «Wir bekamen früher auch oft Kleider von Bekannten.» Dass ihr die Kleiderbörse im Andreashaus am Herzen liegt, spiegelt sich sogar in ihrer Ferienplanung: An einem Donnerstag zu verreisen, ist für sie ein No-Go.
Übrigens werde ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf seit Jahren einem Projekt in Peru gespendet, er- wähnt Beatrice Brenneisen zum Abschluss und macht sich dann zusammen mit ihrer Kollegin Takako Nagamine langsam ans Aufräumen. Ein Blick in den liebevoll eingerichteten Raum, der im Untergeschoss des Andreashauses jeden Donnerstag aufs Neue auf- und wieder abgebaut wird, lohnt sich auf jeden Fall. Sogar eine grosse Umkleidekabine gibt es – wie in gewöhnlichen Kleiderläden. Nur dass hier das Shoppingerlebnis persönlicher, nachhaltiger und erst noch mit einem guten Zweck verbunden ist.
Bewährtes Konzept in neuen Händen
27/09/2026
Zeitungsartikel, RZ Nr. 39, 2026 Seit Jahrzehnten wird im Andreas- haus am Keltenweg jeden Donnerstag ausserhalb der Schulferien um 18 Uhr ohne Voranmeldung ein einfaches, günstiges Nachtessen für alle Interessierten angeboten. Im Durchschnitt werden so rund 50 Gäste verpflegt. Bei diesem Anlass geht es längst nicht nur ums Essen, er hat sich zu einem wichtigen Quartiertreffpunkt entwi- ckelt. Im Anschluss an das Essen fin- det ein halbstündiger Abendimpuls statt. Es handelt sich dabei im weitesten Sinn um einen kulturellen Teil, wobei das Programm bunt gemischt ist. Möglich sind musikalische, erzählerische oder fachliche Vorträge bis hin zu Reiseberichten oder spirituellen Kurzandachten. ... mehr lesen
Seit Jahrzehnten wird im Andreas- haus am Keltenweg jeden Donnerstag ausserhalb der Schulferien um 18 Uhr ohne Voranmeldung ein einfaches, günstiges Nachtessen für alle Interessierten angeboten. Im Durchschnitt werden so rund 50 Gäste verpflegt. Bei diesem Anlass geht es längst nicht nur ums Essen, er hat sich zu einem wichtigen Quartiertreffpunkt entwi- ckelt. Im Anschluss an das Essen fin- det ein halbstündiger Abendimpuls statt. Es handelt sich dabei im weitesten Sinn um einen kulturellen Teil, wobei das Programm bunt gemischt ist. Möglich sind musikalische, erzählerische oder fachliche Vorträge bis hin zu Reiseberichten oder spirituellen Kurzandachten. Früher, als die Kirche das Andreashaus noch selbst betrieb, war es ein Kurzgottesdienst.
Das bewährte Abendprogramm wird per 1. November an den neuen Trägerverein Andreashaus übergehen, heisst es in einer Mitteilung. Verantwortlich für die Gestaltung der Abende werden demnach der Quartierverein Niederholz, der Trägerverein Andreashaus und die Kirchgemeinde Riehen-Bettingen sein. Ab dem 15. Oktober wird die Anfangszeit des Abendimpulses von bisher um 19.15 Uhr auf neu 19 Uhr vorverlegt.
Damit das Programm des Abendimpulses so vielseitig wie bisher bleiben könne, würden weitere Akteure gesucht. Gefragt seien Perso- nen, welche eine halbstündige nieder- schwellige Darbietung präsentieren könnten. Als Gegenleistung gebe es ein Gratis-Nachtessen. Beiträge und Ideen nehme der Quartierverein Niederholz entgegen (E-Mail an briefli@qvn-riehen.ch).
Zur Verstärkung der Kochteams suche man ausserdem Kochbegeis- terte oder auch ganze Gruppen, gerne auch aus anderen Kulturen, für das Zubereiten einfacher Mahlzeiten für 40 bis 60 Personen. Je nach Möglichkeiten koche eine Gruppe ein- bis sechsmal pro Jahr. Das Andreashaus biete eine top eingerichtete Indust- rieküche und eine tolle Atmosphäre in einem hilfsbereiten Umfeld. Die benötigten Lebensmittel und Zutaten würden vergütet. Interessenten könnten sich ebenfalls per E-Mail beim Quartierverein melden oder einfach einmal ganz unverbindlich an einem Donnerstag vorbeikommen. Sowohl der neue Trägerverein Andreashaus (www.andreashaus.ch) als auch der Quartierverein Niederholz (www. qvn-riehen.ch) freuen sich über Unterstützung und neue Mitglieder.
Andreashaus erhält neue Betriebsbasis
10/06/2026
Riehener Zeitung, Nr. 25, 2026 Per 1. November 2026 übernimmt ein neu gegründeter Trägerverein als Mieter den Betrieb des Andreashauses, das im Besitz der Evangelisch- reformierten Kantonalkirche bleibt. Rolf Spriessler Das Andreashaus sei ein Ort, an dem es nicht darum gehe, neues Leben zu erwecken, sondern vielmehr darum, bereits Bestehendes zu erhalten. Das sagte Andreas Courvoisier an der Informationsversammlung zur Zukunft des Andreashauses, die am Donnerstag vergangener Woche im Anschluss an die Andreasvesper anstelle des gewohnten «Abendimpulses» stattfand und auf ein sehr grosses Echo stiess – über fünfzig Interessierte hatten sich im Saal eingefunden. Andreas Courvoisier war vom Kirchenrat – ... mehr lesen
Riehener Zeitung, Nr. 25, 2026
Per 1. November 2026 übernimmt ein neu gegründeter Trägerverein als Mieter den Betrieb des Andreashauses, das im Besitz der Evangelisch- reformierten Kantonalkirche bleibt.
Rolf Spriessler
Das Andreashaus sei ein Ort, an dem es nicht darum gehe, neues Leben zu erwecken, sondern vielmehr darum, bereits Bestehendes zu erhalten. Das sagte Andreas Courvoisier an der Informationsversammlung zur Zukunft des Andreashauses, die am Donnerstag vergangener Woche im Anschluss an die Andreasvesper anstelle des gewohnten «Abendimpulses» stattfand und auf ein sehr grosses Echo stiess – über fünfzig Interessierte hatten sich im Saal eingefunden.
Andreas Courvoisier war vom Kirchenrat – also von der Evangelisch- reformierten Kantonalkirche – kontaktiert worden, um sich Gedanken zur Zukunft des Andreashauses zu machen. Aufgrund der abnehmenden Mitgliederzahlen und der schwindenden finanziellen Mittel habe sich die Kirche gezwungen gesehen, inner- halb der Kirchgemeinde Riehen-Bettingen einen ihrer bisher vier Standorte aufzugeben, und da sei schnell klar gewesen, dass sie sich auf die Dorfkirche, die Kornfeldkirche und die Kirche Bettingen fokussieren würde. Er habe aber bald gespürt, dass die Kirche den Standort Andreashaus nicht einfach verkaufen wolle, sondern dass ihr daran gelegen sei, dass es hier auch ohne kirchliche Führung in irgendeiner Form weitergehen könne.
Stephan Wenk, Co-Präsident des Kirchenvorstands Riehen-Bettingen, hatte zu Beginn erzählt, dass die Kantonalkirche schon vor mehr als zwanzig Jahren im Rahmen des Kirchenkonzepts «Perspektive 2015» auf das Andreashaus habe verzichten wollen, und doch sei es weitergegangen, weil man sich vor Ort zusammengerauft habe. Er hoffe sehr, dass das auch in Zukunft noch so sein werde. Von Spurgruppe zum Verein
Um eine Zukunftsbasis zu finden, habe man zunächst einmal eine Spurgruppe gebildet, so Courvoisier, in welcher Beat Bubendorf, Stefanie Werro, Anuschka Bader, Ursula Skrobucha, Paul Spring und Greg Bohny mitgewirkt hätten. Und als klar geworden sei, dass es zur Weiterführung des Andreashauses eine private Trägerschaft brauche, weil keine bestehende Institution in der Lage sei, diese Funktion zu übernehmen, sei es zur Gründung eines Trägervereins gekommen. Unter dieser Voraussetzung habe sich die Kantonalkirche dann auch bereiterklärt, Besitzerin des Andreashauses zu bleiben und dem Trägerverein das Haus gegen eine moderate Miete zu überlassen. Dafür könne sie das Andreashaus auch künftig für gewisse eigene Aktivitäten nutzen. Die genauen Modalitäten seien noch zu klären, so Matthias Gysel.
Übernahme Anfang November
Matthias Gysel ist der Präsident des Trägervereins Andreashaus, der am 13. April 2026 offiziell gegründet worden ist und den Betrieb des Andre- ashauses per 1. November 2026 über- nehmen wird. Gysel war früher beim Kanton angestellt und im Sozialwesen und in der Betriebsorganisation tätig. Vizepräsident ist Joris Fricker, der seine Stärken vor allem in der Kommunikation sieht und sich als Einwohnerrat in der Politik engagiert. Weitere Vorstandsmitglieder sind Camelia Winkler, Präsidentin des Ukraine Klub Riehen, der im alten Pfarrhaus gleich hinter dem Andreashaus domiziliert ist, Gioia Hermann, die zusammen mit einer Kollegin im Andreas- haus die Spielgruppe «Muggeli» führt, und der frühere Andreashaus-Sigrist
Paul Spring, der sich als einziges Vorstandsmitglied ferienbedingt entschuldigen lassen musste.
Für die ersten drei bis fünf Jahre sei der Betrieb des Andreashauses durch den neuen Trägerverein finanziell gut abgesichert, führte Gysel aus. Der Trägerverein könne auf die Andreasstiftung zurückgreifen, die aus einer Erb- schaft heraus entstanden und bei der Kirche angesiedelt sei und die noch über ein gewisses Kapital verfüge. Noch nicht ganz in trockenen Tüchern sei eine vorübergehende Nutzung von Räumlichkeiten des Andreashauses durch das Team des Freizeitzentrums Landauer, das voraussichtlich zwischen 2030 und 2031 grundlegend umgebaut werden soll. Eine solche Zwischenlösung würde den Andreashausbetrieb für zwei weitere Jahre finanziell absichern. Bis dann müsse eine längerfristige finanzielle Basis vorhanden sein.
Gastgeberin und Mietersuche
«Es ist klar, dass wir die bisherigen Mieter nicht wesentlich höher belasten können als bisher», erläuterte Mat- thias Gysel. Es gehe vielmehr darum, neue Mieter zu finden, die das Andre- ashaus für einzelne Aktivitäten, Ver- anstaltungen, vielleicht auch private Feste nutzen möchten, und auch Ver- anstaltungen zu generieren, für die ein Eintritt verlangt werden könne. Der Förderverein wirbt auch Mitglieder und wird aktiv Fundraising betreiben, um seine Aktivitäten finanzieren zu können. Dazu gehört die Anstellung einer «Gastgeberin» mit einem 60-Prozent-Pensum – man habe die Stelle ausgeschrieben, 60 Bewerbungen erhalten, 10 Gespräche geführt und nun seien zwei Frauen in der engsten Wahl. Idee sei, dass die Gastgeberin sich um die Mieter und Besucher kümmert und weitere Aktivitäten generiert. Die klassische Sigristenstelle wird es nicht mehr geben. Dem Vorstand schwebt der Aufbau einer vereinseigenen Unterhaltsgruppe vor, die auf weitgehend ehrenamtlicher Basis und mit gewissen Spesenentschädigungen arbeiten soll. Weiter gepflegt werden soll der Donnerstag mit der Vesper, dem kostengünstigen und selbst zubereiteten Abendessen, gefolgt von einem thematischen Schwerpunkt. In diesem Zusammenhang dankte Gysel dem Quartierverein Niederholz und insbesondere dessen Präsidentin Anuschka Bader. Ihr sei es zu verdanken, dass die Aktivitäten im Andreashaus in der schwierigen Zeit nach der Pensionierung von Pfarrer Andreas Klaiber weitergegangen seien.
In der abschliessenden Fragerunde meldete sich Paula Glanzmann zu Wort, die nach der Eröffnung die erste Sigristin im Andreashaus war. Zusammen mit dem damaligen Pfarrer Huldrych Blanke habe sie vor 50 Jahren die Andreasvesper ins Leben gerufen und fühle sich noch heute als «Mami» dieses Anlasses. Sie freue sich sehr, dass das Andreashaus weiterhin eine Zukunft habe.
Andreashaus in Riehen: Aus dem Kirchgemeindehaus wird ein Quartierzentrum
06/05/2026
Der neu gegründete Trägerverein Andreashaus wird Anfang November das bisherige Kirchgemeindehaus im Niederholzquartier übernehmen und es als offenes, lebendiges Quartierzentrum weiterführen. Das Andreashaus am Keltenweg 41 in Riehen diente der Reformierten Kirchgemeinde Riehen-Bettingen seit seiner Eröffnung im Jahr 1957 als einer von vier Kirchgemeindestandorten. Als offenes, niederschwelliges Haus geführt, entwickelte sich das Andreashaus zum beliebten Treffpunkt und Veranstaltungsort im Niederholzquartier. Per Ende Oktober 2026 wird sich die Kirchgemeinde auf drei Standorte fokussieren und die Trägerschaft abgeben. Unter der Leitung von Courvoisier Stadtentwicklung bereitete seit Spätherbst 2025 eine Spur- gruppe mit Quartierbewohner:innen und Vertreter:innen von Nutzerinstitutionen den Aufbau einer neuen Trägerschaft ... mehr lesen
Der neu gegründete Trägerverein Andreashaus wird Anfang November das bisherige Kirchgemeindehaus im Niederholzquartier übernehmen und es als offenes, lebendiges Quartierzentrum weiterführen.
Das Andreashaus am Keltenweg 41 in Riehen diente der Reformierten Kirchgemeinde Riehen-Bettingen seit seiner Eröffnung im Jahr 1957 als einer von vier Kirchgemeindestandorten. Als offenes, niederschwelliges Haus geführt, entwickelte sich das Andreashaus zum beliebten Treffpunkt und Veranstaltungsort im Niederholzquartier. Per Ende Oktober 2026 wird sich die Kirchgemeinde auf drei Standorte fokussieren und die Trägerschaft abgeben.
Unter der Leitung von Courvoisier Stadtentwicklung bereitete seit Spätherbst 2025 eine Spur- gruppe mit Quartierbewohner:innen und Vertreter:innen von Nutzerinstitutionen den Aufbau einer neuen Trägerschaft vor – dies mit dem Ziel, das Andreashaus als öffentlichen, vielfältig nutzbaren Ort zu erhalten. Der Trägerverein Andreashaus wurde am 13. April 2026 gegründet. Den Vorstand bilden: Matthias Gysel, Präsident, Joris Fricker, Vizepräsident, Gioia Hermann, Paul Spring und Camelia Winkler.
Das Andreashaus soll als offenes Quartierzentrum und Veranstaltungsort für kulturelle, soziale, gesellschaftliche und kirchliche Aktivitäten weitergeführt werden. Bisherige Nutzungen wie der «offene Donnerstag» mit Café, Kleiderbörse, Vesperessen und Abendimpuls, die Spielgruppe, der Mittagstisch, das Aha-Theater, Tango Milonga, Veranstaltungen des Quartiervereins Niederholz oder die Anlässe des Ukrainischen Klubs Riehen bleiben erhalten. Neue Treffpunktangebote, Kulturabende und Einzelvermietungen werden nach und nach dazukommen. Mit der Gemeinde Riehen ist der Trägerverein im engen Austausch, unter anderem zur Option einer Mitnutzung des Andreashauses durch das Landauer-Team in der Zeit des Um- und Neubaus des Freizeitzentrums.
Der Erhalt des Andreashauses wurde durch den Entscheid der Gebäudeeigentümerin, der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basel-Stadt, ermöglicht, das Gebäude im eigenen Besitz zu behalten und es der neuen Trägerschaft zu vermieten. Mit der bisherigen Betreiberin, der Refor- mierten Kirchgemeinde Riehen-Bettingen, ist der Trägerverein im engen Kontakt, unter anderem im Hinblick auf mögliche Kooperationen im Veranstaltungsbereich. Der Quartierverein Niederholz ist ein engagierter, langjähriger Partner und Veranstalter im Andreashaus. Schliesslich wird die Andreas-Stiftung ihr Förderengagement für das kirchliche Leben im Niederholzquartier fortführen und dabei auch das Andreashaus unter neuer Trägerschaft unterstützen. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern bildet eine wichtige Basis für die Zukunftssicherung und ein lebendiges «Haus für alle».
Anfang Mai wird die Stelle des/der Gastgeber:in neu ausgeschrieben. Am Donnerstag, 11. Juni, 19.00 Uhr, informiert der Trägerverein im Rahmen des Abendimpulses über die weiteren Planun- gen. Ende Oktober wird dann im festlichen Rahmen die Übergabe des Betriebs von der Kirchgemeinde an den Trägerverein erfolgen.
Für den Aufbau des Betriebs, die Verbesserung der Betriebsinfrastruktur, die Öffentlichkeitsarbeit und das Programm ist der Trägerverein auf Spenden angewiesen. Als soziokulturelles Zentrum wird das Andreashaus ein Defizit aufweisen, das durch Stiftungsbeiträge und Spenden gedeckt werden muss.